Lebendiger Neckar 2022

Das Magazin vom Bund Deutscher Karneval berichtet über die Perkeo-Online-Fastnacht. Ein Bericht von Jochen Willner von der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine.

Deutsche Fastnacht - Ausgabe 127
Doppelseitiger Bericht über die Perkeo-Online-Fastnacht
von Jochen Willner

Eine ganz besondere Ehre wurde uns mit diesem Beitrag von Jochen Willmer zuteil. Der Bund Deustcher Karneval berichtet in seiner neuesten Ausgabe "Deutsche Fastnacht" über unsere erfolgreiche Online-Show. Wir bedanken uns ganz herzlich für diese Anerkennung bei der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine, dem BDK und bei Jochen Willner.

 Deutsche Fastnacht Rahmen

 

Ohne Fastnacht geht es in Heidelberg nicht - und wenn das Publikum nicht kom­men kann, dann kommt eben etwas Heidel­berger Fastnacht ins Wohnzimmer. Erneut machte die Corona-Pandemie in der abgelaufenen Kampagne vielen einen Strich durch die Rechnung - bereits zum zweiten Mal in Folge. Das brachte Thomas Barth, der die Symbolfigur der Heidelberger Fas­tnacht, den Perkeo, seit 22 Jahren verkör­pert, keinesfalls aus dem Rhythmus. Im Gegenteil: Barth, ein Vollblut-Fastnachter von Scheitel bis Sohle hatte sich diesmal die Perkeo Online-Fasnacht ausgedacht und auch geschrieben - eine Art Prunksit­zung und Perkeo-Volkstheater.

Lachen trotz Virus

Der Schreinermeister ist nicht nur ein Fas­nachter, der die Menschen zum Lachen bringen kann, sondern ein brillanter Schrei­ber von lustigen Theaterstücken. Das tat er auch diesmal, nachdem sich der Abbruch der Kampagne abzeichnete. Bei der On­line-Fastnacht, die am Fastnacht-Wochen­ende mehrfach zu sehen war, erzählt er eine Geschichte, die sich so zugetragen haben soll: Er selbst lag in seinem Bett im Fasskeller und überlegte mit dem Perkeo ­Präsidium, wie man am besten Spaß zu den Menschen nach Hause bringen kann. Ganz nach dem Motto: ,,Wir sind mit Humor geimpft." Es wurden lustige, heitere und kreative Szenen, und so brachte Per­keo trotz des Virus die Menschen wieder zum Lachen.

Gleich zu Beginn „tauchte" Barth schlaf­trunken und „sturzbesoffen" vom Albtraum, nach 15 Jahren Bauzeit wieder in der Stadt­halle zu sein, auf. Dabei glich die Feststätte noch einer Baustelle, die erst 2025 wieder den Fastnachter zur Verfügung stehen kann. Deshalb weigerte sich Barth, der von Schatzmeisterin Brigitte Horn, Schriftfüh­rerin Birgit Nitsche sowie vom Komman­danten der Ehreneskorte, Ralf Blaschke, heftig umgarnt wurde, partout Vergnügungs­steuer für das vergangene Jahr an das Fi­nanzamt zu zahlen. Stattdessen beugte er sich dem Wunsch des Triumvirats, eine Büt­tenrede zu verfassen. Und der Wein spielte auch eine große Rolle. So brachte Ehren­senator und „Weinhändler" Volker Flieher dem Präsidenten 48 leere Flaschen Ge­meinderatswein, während die „Freundin­nen", gespielt von Nitsche, Horn und Barbara Dyroff-Siegmund, über diverse Sparmaßnahmen plauderten.

Viel Spaß verbreitete Dyrhoff-Siegmund als „Köchin" bei ihrem Trip, ,,Fremdwörter in die deutsche Sprach" zu bringen, bevor Ehrensenator Peter Schlör als Steuerbera­ter Barth davor warnte, sich mit dem Fi­nanzamt anzulegen.Es waren heitere Szenen, die nicht nur in der Möbelwerkstatt im benachbarten Ep­pelheim aufgenommen wurden, sondern auch jene Zusammenkunft mit Barbara Zechel vom Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF) im Schlosspark oder eben mit Michael Nitsche und Ralf Blaschke vor der Stuttgarter Staatskanzlei. Buchstäblich in letzter Mi­nute kam noch ein „Lügeninterview" zu­stande, das Barth dem RNF-Geschäfts­führer Ralph Kühnl gab.

Ach ja, der Regionalsender, das Rhein-­Neckar-Fernsehen, zeigte das aufgenom­mene Narrenspektakel zwar nicht im regulären Programm, stellte es aber in der Mediathek bereit. Denn nach dem ersten Schock nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine stellten sich die Verantwortli­chen die Frage: ,,Kann und sollte man in solchen Zeiten überhaupt Fastnacht ma­chen?" Dieses Thema beschäftigte auch die Redaktion des Rhein-Neckar-Fernse­hens, die zunächst die Aufzeichnung im Programm hatte, diese dann aber wieder herausnahm. ,,In einer Zeit, in der Men­schen in Europa unschuldig in einen Krieg verwickelt werden, scheint es nicht ange­messen, unbeschwert im Fernsehen zu fei­ern. Das RNF stellte die Online-Fastnacht stattdessen in ihre Mediathek", berichtete Barth. Dabei machte er kein Geheimnis, dass die Nachricht vom Angriff Russlands auf die Ukraine ein Schock gewesen sei. Dies mussten die Aktiven der Heidelberger Fastnacht erst einmal verdauen, doch nun rangen sie sich durch, trotz dieser düsteren Zeilen „ein wenig Fastnacht in die Wohn­zimmer zu bringen".

Ganz freiwillig machten sie das aber nicht, es mussten ja noch offene Rechnun­gen bezahlt werden und es sollte Geld in die Kasse. Die Schatzmeisterin träumte davon, die Online-Show an Netflix zu ver­kaufen, um das Loch in der Kasse zu stop­fen.

Unter Druck wurde Perkeo kreativ und schrieb lustige Szenen, die vor seinem geistigen Auge Wirklichkeit wurden. Und wenn sich Barth etwas in den Kopf setzt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er seinen Plan verwirklicht. Er, der Perkeo, ist der Tausendsassa der Heidelberger Fastnacht. Er ist nicht jetzt nur 2 x 11 Jahre als Perkeo aktiv, sondern wirkt jetzt auch schon 4 x 11 Jahre aktiv in der Heidelber­ger Fasnacht. So konnte er viele bekannte Persönlichkeiten - darunter Fastnachts-Le­gende Margit Sponheimer - dazu bewe­gen, in kleinen Rollen mitzuwirken. (Anmerkung: Margit Sponheimer musste krankheitsbedingt leider absagen)

Aber die Umsetzung war nicht einfach. Es war auch ein hoher Aufwand, denn fast täglich ging es in der Möbelwerkstatt von Barth hoch her. 1650 Arbeitsstunden waren nötig. Am Ende kamen 93 Minuten unver­gessliche Unterhaltung in Krisenzeiten he­raus. Es wurde sogar eigens ein zehn Meter breiter „Green Screen" angefertigt, um Perkeos Weinkeller zu visualisieren. Dazu wurden zahlreiche Bühnenbilder in mühevoller Handarbeit erstellt, darunter auch das Himmelstor unter den Wolken, Perkeos Wohnzimmer und sein Weinkeller.

Es war gewissermaßen eine Heldentat, die Barth und seine Freunde aus der Taufe hoben. Ein zweites Mal ohne Fastnacht, das kam nicht in Frage. Dabei räumte er ein, dass schon frühzeitig klar war, dass eine Saalfastnacht bei den bestehenden lnzi­denzen nicht zu realisieren war. Nach der Komplettabsage im Vorjahr, stand diesmal der Quasi-Abbruch bevor.

„Für uns war jedoch schnell klar, dass wir bei diesen rasant steigenden lnzidenzen keine Saalfastnacht machen können", mein­te Barth zum Abbruch. ,,Wir haben uns eben andere Formate ausgedacht, damit wenigstens ein kleines bisschen von unse­rer Fastnacht über die sozialen Medien in den Wohnzimmern ankommt", sagte Barth.

Und diese wurde zu einem großen Erfolg. Über 10000 Menschen haben die außer­gewöhnliche Online-Fasnacht abgerufen und konnten auch in schwierigen Zeiten ein wenig aus dem Alltag entfliehen. ,,Alles fer umme für die Zuschauer! Ihr kennt vun dahäm aus gugge! So spard da die hohe Benzin koste un' die wahnsinnige Parkge­bühre ... Hajo", meinte Perkeo zu den aktu­ellen Spritpreisen an den Tankstellen. ,,Hajo."

Jochen Willner
Fotos: Perkeo-Gesellschaft und Karl Heinz Topp 

 

Link: Hier kann man sich die Online-Show noch einmal anschauen ...

 

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Und plötzlich waren alle erleichtert. Die letzte Szene ist gedreht für die Perkeo-Online-Fastnacht 2022. Es war für alle eine neue Herausforderung die sehr gut gemeistert wurde. Zwar fängt die Hauptarbeit erst noch an, das schneiden und zusammensetzen der einzelnen Szenen, aber wir sind guter Hoffnung das alles rechtzeitig fertig wird bis zum 26.02.2022 19:11 Uhr, sagt Perkeo Thomas Barth und ist allen Beteiligten sehr dankbar für den großen Einsatz für die Heidelberger Fastnacht.

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Ohne die finanzielle Unterstützung wäre die Online-Fastnacht nicht möglich. Wir bedanken uns bei allen die bereits gespendet haben und hoffen, dass sich noch weitere finden, die uns unterstützen.

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